Europäischer Freiwilligendienst

Mit dem Europäischen Freiwilligendienst (EFD) arbeiten und leben junge Menschen für eine bestimmte Zeit in einem gemeinnützigen Projekt im Ausland. Sie sammeln neue Ideen, neue Perspektiven und neue Erfahrungen.

Möglich sind individuelle wie Gruppenfreiwilligendienste. Der EFD ist ein wirklicher "Lerndienst" – kein Ersatz für einen Arbeitsplatz, kein Praktikum. Vom interkulturellen Austausch profitieren nicht nur die Freiwilligen, sondern auch die beteiligten Organisationen und das lokale Umfeld.

EFD-Projekte finden zu einer Vielzahl von Themen statt und basieren auf einer Partnerschaft zwischen den Freiwilligen, einer Entsende- und einer Aufnahmeorganisation. Alle Organisationen müssen eine gültige Akkreditierung besitzen und sind in einer Datenbank veröffentlicht.

Die solaris FZU gGmbH Sachsen in Chemnitz wird sowohl als entsendende Organisation (SO – Sending Organisation) als auch als aufnehmende Organisation (HO – Hosting Organisation) und als koordinierende Organisation (CO – Coordinating Organisation) akkreditiert.

Der EFD wird im EU-Programm Erasmus+ / JUGEND IN AKTION gefördert. JUGEND für Europa ist die Nationalagentur für dieses EU-Programm mit Sitz in Bonn.

Im Rahmen des EU-Programmes ERASMUS+ / Jugend in AKTION / Europäischer Freiwilligendienst ist im September 2016 das Projekt InterACT+ gestartet. Während einer Laufzeit von zwei Jahren werden sechs junge Menschen aus Spanien, Italien und Rumänien in verschiedenen Einrichtungen der solaris FZU gGmbH Sachsen (solaris Jugend- und Umweltwerkstätten, Deutsches SPIELEmuseum und Mehrgenerationenhaus Chemnitz) eingesetzt.
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Im Folgenden beantworten wir die wichtigsten Fragen zum EFD. Mehr Informationen sind außerdem unter www.go4europe.de erhältlich.

Wer kann teilnehmen?
Der EFD richtet sich an junge Menschen zwischen 17-30 Jahren. Für das Mindestalter ist der Dienstbeginn maßgeblich, für das Höchstalter die jeweilige Antragsfrist im Förderprogramm. Außer der Altersregelung gibt es keine weiteren Zugangsbeschränkungen. Ein bestimmter Bildungsabschluss oder Sprachkenntnisse sind nicht erforderlich. Jugendliche mit erhöhtem Förderbedarf sind eine prioritäre Zielgruppe.

Wie lange dauert der EFD? Wie sind Dienst- und Freizeit geregelt?
Ein EFD dauert zwischen 2 und 12 Monaten. Bei erhöhtem Förderdarf der Jugendlichen sind auch kürzere Projekte zwischen 2 Wochen und 2 Monaten möglich.

Jede/r Freiwillige darf nur einmal einen EFD machen. Ausnahme: Bei einem EFD unter 2 Monate kann ein weiterer EFD angeschlossen werden, aber insgesamt darf die 12-monatige Dienstzeit nicht überschritten werden.

Im EFD-Projekt gilt eine Arbeitszeit zwischen 30 und 38 Stunden pro Woche inkl. Freizeit an zwei aufeinanderfolgenden Tagen pro Woche. Pro Monat gibt es außerdem zwei Urlaubstage, deren genaue Lage mit der Aufnahmeorganisation abzustimmen ist.

Wie funktioniert das EFD-Projekt genau?
Wer am EFD-Programm teilnehmen möchte, braucht eine Entsendeorganisation (SO – Sending Organisation) und ein Aufnahmeprojekt (HO – Hosting Organisation). Entsendeorganisation und Aufnahmeprojekt stellen die Anträge auf Förderung des EFD-Projekts bei ihren jeweiligen Nationalen Agenturen.

Die Entsendeorganisation sucht mit dem Interessenten gemeinsam ein geeignetes Aufnahmeprojekt, unterstützt bei der Vorbereitung, übernimmt die Anmeldung zu den Begleitseminaren, hält den Kontakt mit der Einsatzstelle und wertet das Jahr nach dem Dienst gemeinsam mit dem Freiwilligendienstleistenden aus.

Und im Ausland? Das Aufnahmeprojekt ist die Einsatzstelle im Ausland. Hier arbeitet der Freiwilligendienstleistende mit an der Umsetzung eines konkreten Vorhabens oder unterstützt deren allgemeine Aktivitäten vor Ort. Das Aufnahmeprojekt stellt außerdem die Unterkunft und die Verpflegung, sorgt für den Sprachkurs und einen Ansprechpartner im Ausland.

Die Auswahl der Freiwilligen erfolgt auf der Grundlage eingereichter Bewerbungsunterlagen und eines persönlichen Gesprächs sowie den geäußerten Interessen, der Lernmotivation und der erkennbaren Verlässlichkeit.

Wohin?
Programmländer sind alle EU-Mitgliedstaaten sowie außerhalb der EU sind es Mazedonien, Island, Liechtenstein, Norwegen, Türkei.

Zudem sind die benachbarten Partnerländer der östlichen Partnerschaft (Armenien, Aserbaidschan, Georgien, Moldawien, Ukraine, Weißrussland), des südlichen Mittelmeerraums (Ägypten, Algerien, Israel, Jordanien, Libanon, Libyen, Marokko, Palästina, Syrien, Tunesien) und des westlichen Balkans (Albanien, Bosnien und Herzegowina, Kosovo, Montenegro, Serbien) sowie die Russische Föderation zur EFD-Partnerschaft berechtigt.
Wichtig: an jedem EFD-Projekt muss mindestens ein Programmland beteiligt sein und die Antragstellung muss durch die koordinierende Organisation in einem Programmland erfolgen.

Welche Leistungen erhalten die Freiwilligen im EFD
• Ausreisevorbereitung im Entsende- / Heimatland inkl. EFD-Info-Kit
• persönliche und aufgabenbezogene Betreuung
• Unterstützung beim Spracherwerb
• Reisekosten (gestaffelte, entfernungsabhängige Pauschale)
• Einführungstraining zu Beginn der Dienstzeit im Ausland
• Transportkosten vor Ort
• Unterkunft und Verpflegung
• monatliches Taschengeld (Höhe der Pauschale abhängig von Einsatzland und EFD-Dauer)
• Ausrüstung und Material
• Versicherungsschutz (über Gruppenversicherung der EU-Kommission, Krankenversicherung ergänzend zum jeweils nationalen Krankenversicherungsschutz / Europäische Krankenversicherungskarte sowie Unfall-, Invaliditäts- und Haftpflichtversicherung)
• Zwischentreffen zur Halbzeit des Dienstes im Ausland
• Nachbereitungsseminar im Entsende-/ Heimatland
• ggf. außergewöhnliche Kosten, z.B. für Visa, Impfungen oder im direkten Zusammenhang der EFD-Durchführung eines jungen Menschen mit besonderem Förderbedarf
• nach Beendigung des EFD-Projekts Anspruch auf Youthpass (Zertifikat über die Teilnahme am EFD inkl. Nachweis von Tätigkeiten, angeeigneter Lernerfahrungen und Kompetenzen)
  sowie Teilnahme am EFD-Event „comeback“

Die Teilnahme am EFD ist für Freiwilligendienstleistende grundsätzlich kostenfrei; ggf. kann ein Zuschuss zu den Reisekosten erhoben werden.

Wichtig: während des EFD wird das Kindergeld weitergezahlt.

Wir kooperieren mit dem Haus der Jugend in Chemnitz: www.hausderjugend-chemnitz.de

Ansprechpartnerin
Frau Graziela Hennig
Neefestraße 88b • D-09116 Chemnitz
evs@solaris-fzu.de
Tel.         +49 371 - 49 59 97 17
Fax         +49 371 - 49 59 97 10